Alois Wilhelm Bögershausen

Vorsitzender von 1949 bis 1971

Alois Wilhelm Bögershausen begann 1908 mit einer Sammlung Deutsch-Neuguinea. Doch erst im Jahre 1924 – andere Quellen sprechen von 1933 trat er dem Elberfelder Verein „Postwertzeichen“ bei. Ab 1946 übernahm er dort den Vorsitz, den er erst 1968 niederlegte, um neuen Ideen Platz zu machen.

Im Jahre 1949 zählte er zu den Gründungsvätern des Verbandes der Philatelisten in Nordrhein-Westfalen. Er wurde zum Vorsitzenden gewählt und hatte das höchste Amt bis 1971 inne. Danach konnte er als Ehrenvorsitzender die Aktivitäten seines Nachfolgers im wohlverdienten Funktionärsruhestand beobachten und sich dem Aufbau einer vorzüglichen Frankreich-Sammlung widmen, die unter Insidern sehr geschätzt war.

Dem Bund Deutscher Philatelisten stand er von 1956 bis 1971 als Vizepräsident zur Verfügung, wirkte als beratendes Mitglied im Kunstbeirat der Deutschen Bundespost und von 1966 bis 1974 in der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte. Im Jahre 1974 wurde ihm das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ verliehen.

Auch die deutsche Philatelie hat Bögershausen, der 1951 in Wuppertal die 1. Nationale Briefmarkenausstellung nach dem Kriege verantwortlich betreute, mit hohen Auszeichnungen bedacht: 1955 erhielt er die Verdienstnadel in Gold, 1965 wurde ihm die „Hans-Wagner-Medaille“ verliehen.

„Bögershausen war eigentlich der erste philatelistische Funktionär, der das Instrument der Reisediplomatie planmäßig einsetzte“, schrieb die Fachzeitschrift „sammler-dienst“ im Jahre 1974. „Er war einfach da, wenn etwas los war. Und wenn vorher noch nichts los war, machte er etwas los. Zahllose Sammler und Vereinsvorsitzende nebst deren Angehörigen hat er ermuntert und angespornt durch seine verbindliche Art, die ihm den Ruf eines ‚Kavaliers der alten Schule‘ eintrug.“

Nicht alle Tage seiner Tätigkeiten in den Verbandsgremien zählten zu den „guten Tagen“. Es hat sicherlich auch Stunden gegeben, in denen er von Zweifeln geplagt war, ob „seine Richtung“ stimmte. Doch mit Beharrlichkeit und Kompromissbereitschaft suchte er das klärende Gespräch, bot auch seinen Gegnern die Hand zur Versöhnung, weil es ihm die Sache wert erschien.

Als er der Überzeugung war, dass auf ihn jemand folgen würde, dem er vertrauen konnte, zögerte er nicht lange, seine Ämter in andere Hände zu legen. „Er wusste selbst“, so fasste es der „sammler-dienst“ zusammen, „was zu tun und zu lassen war.“ Und Emil W. Mewes schrieb in der Fachzeitschrift „Die Sammler-Lupe“ im Jahre 1969: „Er hat es immer wieder verstanden, hinter dem Werk zurückzutreten – er war nie ein Mann von allzu großer Hervorkehrung seiner Person.“

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